Japan - Im Land der Sauberkeit, Technik und Sushi, eine Reise durch Tradition und Fortschritt 2025/2026
Vorwort:
Japan ist ein vielschichtiges Land mit einer reichen Mischung aus Tradition und Moderne. Das Land besteht aus vier Hauptinsel - Honshu, Hokkaido, Kyushu und Shikoku – sowie tausenden kleinen Inseln. Auf einer Haupt- und einer kleinen Insel werde ich knapp drei Wochen unterwegs sein, auf eigene Faust und mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Ich möchte mich auf den Spuren des grünen Tees, des Sushis oder der Geschichte des Samurai begeben. Zugleich möchte ich Nähe zu der Natur suchen: und auf Tuchfühlung mit den Schneeaffen bei Nagano gehen sowie auf Tauchfühlung mit den großen Hammerhaischulen vor der Küste Yonaguni, die geographisch näher an Taiwan als zu den Hauptinseln von Japan liegt, gehen.
Begleitet mich auf dieser Reise, während ich mich auf die andere Seite der Erde begebe, vielleicht sogar dem Geheimnis des langen Lebens ein Stück näher komme.
Anreise
Um 4:15 Uhr in der Früh klingelte mein Wecker. Ich machte mich fertig und lief zur Bushaltestelle. Von dort aus fuhr ich zum Bahnhof und stieg in die S-Bahn um. Erstaunlicherweise war relativ viel los um diese Uhrzeit. Damit hatte ich nicht gerechnet. Doch es ging alles gut.
Am Flughafen gab ich meinen Koffer auf und begab mich in die Lounge wo ich ausgiebig frühstückte.

Mit etwas Verspätung flogen wir ab und landeten bereits eine halbe Stunde später in Frankfurt. Dort musste ich etwa 20 Minuten zu meinem Gate laufen. Doch ich hatte Glück. Die Business Lounge war direkt gegenüber, so dass ich dort in Ruhe warten konnte, bis das Boarding los ging.
Zum ersten Mal flog ich mit der japanischen Airline ANA. Ich hatte einen Fensterplatz und keinen weiteren Sitznachbar.


Das Essen bereitete mich bereits auf meine drei Wochen Aufenthalt in Japan vor. Es war sehr gewöhnungsbedürftig, aber in Ordnung. Man wurde satt. Ich schaute zwei Filme und schlief dann eine Weile. Vor der Landung gab es noch ein kleines Frühstück.
Als wir Japan überflogen, ging die Sonne auf, und wir landeten überpünktlich in Tokio. Da ich im Vorfeld visit online Japan ausgefüllt hatte, war die Passkontrolle schnell und einfach erledigt.


Nachdem ich meinen Koffer hatte, begab ich mich zum Ausgang. Dort kaufte ich mir an einem Schalter ein Ticket für den Shuttle Bus ins Zentrum. Ich zahlte. ¥1.400, was umgerechnet 7,68€ ist.
Da ich noch etwas Zeit hatte, bis der Bus kommt, besorgte ich mir auch gleich eine Geldkarte (Suica), die ich auf meinem iPhone hinterlegen konnte und buchte knapp ¥5.000 (27,43€) darauf. Damit kann ich mir Fahrkarten oder auch etwas zu essen kaufen.
Anschließend lief ging ich zur Bushaltestelle. Hier wurde ich freundlich empfangen und alles hatte seine Ordnung. In Reih und Glied stellte man sich an, die Koffer wurden abgenommen, man bekam eine Nummer und stieg ein.

Im Bus gab es Wifi und nach etwa 40 Minuten waren wir schon am Shinjuku Station. Hier schaltete ich meine ESIM ein und navigierte mich zum Hotel, welches nur fünf Minuten entfern liegt.
Beim Check-In sagte man mir, dass die Zimmer erst ab 15 Uhr verfügbar sind. doch auf Nachfrage, konnte ich für einen kleinen Aufpreis bereits ein Zimmer ab 11 Uhr bekommen, sodass ich nur eine halbe Stunde warten musste.
Ich bezog das Zimmer und staunte nicht schlecht. Es gab ein beheiztes WC. Ansonsten ist das Bad recht klein das Zimmer jedoch für eine Person in Ordnung. Ich schlief noch eine kleine Runde, da es draußen grau war und regnete.

Bevor ich mich auf den Weg zur Shibuya Kreuzung machen wollte, hatte ich vor, meine Quittungen auf meinem Mac zu notieren. Doch der wollte einfach nicht anspringen. Ich blieb ruhig, googelte, versuchte einige Dinge, doch ohne Erfolg. Ich suchte den nächsten Mac Store, der zum Glück nur eine viertel Stunde Fußweg entfernt war. Ich packte meine Kameras, Objektive und das Macbook und machte mich auf den Weg. Man hatte spontan zwar keine Zeit, gab mir aber einen Termin für den frühen Abend.
Das Ticket für die "Shibuya Sky" Aussichtsplattform, hatte ich bereits im Vorfeld gekauft, wie so viele andere Dinge. Ich suchte mir vorher noch etwas zu Mittag. Doch das ist hier gar nicht so einfach. Da es schnell gehen musste, nahm ich den nächsten Italiener um die Ecke. Gestärkt begab ich mich in den Untergrund Tokios und suchte in dem ganzen Gewirr meine Metro. Da ich das System noch nicht ganz verstand, weil es viele verschiedene Anbieter, Linien etc. gibt, fragte ich höflich nach. Die Menschen verstanden alle kein Englisch, also lief ich zur Information. Dort half man mir und ich suchte den JR Nummer 1. Auch hier standen alle brav in einer Reihe. Das Aus- und Einsteigen lief ohne Drängeln ab. Eine Station später stieg ich wieder aus und suchte den Eingang zur Shibuya Sky.
Ich fuhr mit einigen anderen hinauf, und als ich oben ankam, war ich etwas enttäuscht. Alles mit Glasscheiben, Massen an Menschen und einfach kein guter Blick auf die berühmte Kreuzung. Aber man sah deutlich, dass Tokio wirklich sehr sehr groß ist und bis letztes Jahr als die größte Stadt der Welt galt. Mittlerweile wurde sie von Jakarta abgelöst. Das Wetter wollte auch nicht mitspielen, schade.






Aber wer mich kennt weiß, ich harre aus, denn ich hoffte auf einen Sonnenuntergang, die blaue Stunde und die Nacht. Doch es wurde trotz einer Gummiblende, die die Spiegelungen ausblendet, nicht besser, sodass ich eine Stunde nach offiziellem Sonnenuntergang wieder hinunterfuhr.


Aber bevor ich zurück fuhr, lies ich es mir nicht nehmen selbst über diese verrückte Kreuzung zu laufen. Einfach mit dem Menschenstrom mit, dann funktioniert das schon, dachte ich. Und so war es auch.

Ich war froh, als ich wieder in Shinjuku ankam. Was unter der Erde an Massen von Menschen sind, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Es ist schlimmer als auf dem Oktoberfest oder in New York. Aber es funktioniert, dank Struktur und Regeln.
Im Apple Store konnte man mir auch helfen, und so machte ich mich anschließen auf den Weg zurück ins Hotel.
Morgen heißt es dann wieder früh raus, denn das nächste Ereignis steht an, wofür ich ebenfalls im Vorfeld ein Ticket gekauft hatte.
1. Tag Museum, Streetlife und Aussicht
Gefrühstückt wurde auf dem Zimmer. Am Vorabend hatte ich mir noch Müsli gekauft, denn das japanische Frühstück ist nicht ganz so meins und im Hotel einfach zu teuer.
Gestärkt und mit gepacktem Rucksack begab ich mich wieder unter die Erde, suchte die richtige Linie und fuhr in das Stadtviertel Toyosu (Koto Ward), einem modernen Viertel bekannt für seine Hafenatmosphäre. Dort gibt es ein besonders Museum, dass Teamlabs Plans. Ich habe gelesen und mir wurde davon auch berichtet, dass Besucher sich auf Wasserdurchquerungen und Spiegelböden einstellen sollen. Außerdem auch hier gilt: frühzeitig Tickets online kaufen.
Natürlich war ich wieder überpünktlich, so dass ich mir noch in einem Café einen Cappuccino togo holte und an der Hafenpromenade entlang schlenderte.

Zurück am Museum staunte ich nicht schlecht. Innerhalb von 20 Minuten staute sich eine riesige Menschenschlange. Ich gesellte mich dazu. Doch die Japaner sind sehr gut organisiert und es ging zügig voran. Beim Einlass gab es ein paar Erklärungen, unter anderem, dass es verschiedene Themenbereiche gibt – Garten, Wasser, Wald und Open-Air – die jeweils aus großen Kunstinstallationen bestehen. Dann ging es auch schon los. Zuerst besuchte ich den Bereich Wasser. Hierzu mussten wir Schuhe ausziehen, alles in kostenfreie Schließfächer verstauen und die Hosen hochkrempeln. Jeder für sich durchliefen wir einige Stationen, und teilweise stand mir das Wasser bis zum Knie. Doch was ich in den verschiedenen Räumen sah, beeindruckte mich sehr und so tobte ich mich etwas mit der Kamera aus.
Anschließend betrat ich den Themenbereich Garten. Dort gab es einen Raum mit nur Orchideen. Diese hängen von den Decken herunter dazu noch überall Spiegel, so dass es noch intensiver wirkte.
Zum Schluss ging es dann noch in den Bereich Wald. Hier war sehr viel digital und alles bunt. Es gab ebenfalls einige Attraktionen, die man selbst ausprobieren konnte.


Nach über zweieinhalb Stunden verließ ich das Museum und fuhr zur Freiheitsstatue. Ja, ihr habt richtig gelesen. In Tokio steht eine Freiheitsstatue, die in Odaiba steht. Durch ihre Platzierung nahe der Regenbogenbrücke wirkt sie auf den ersten Blick wie eine originalgetreue Kopie, tatsächlich ist sie jedoch lediglich etwa ein Siebtel so groß wie das berühmte Vorbild in New York.
Die Statue wurde 1998 zunächst als temporäre Hommage an die Beziehungen Japans zu Frankreich errichtet. Ihre große Beliebtheit führte jedoch dazu, dass man sich im Jahr 2000 entschloss, sie dauerhaft stehen zu lassen.

Nachdem ich hier ein paar Fotos gemacht hatte, fuhr ich weiter, bis ich beim "Fish Market Tsukiji Outer Market" ankam. Es ist ein lebendiges Labyrinth aus Gassen mit Imbissständen, Restaurants und Geschäften für Lebensmittel und Küchenutensilien. Ich griff natürlich zur Kamera und fing das Straßenleben ein. Dabei vergaß ich die Zeit und war komplett in meinem Element.




Als ich einige Eindrücke fotografiert hatte, ging ich zu Fuß in Richtung "Ginza", Tokios bekanntestes und elegantestes Viertel im Stadtbezirk Chūō.
Und plötzlich stand ich wieder vor einer gigantischen Kreuzung. Ich fand ein Gebäude, von dem man von oben hinunter fotografieren konnte, ohne Glasscheibe. Natürlich vergaß ich auch dabei wieder die Zeit, doch mir gelangen ein paar gute Momentaufnahmen.


Allerdings drängte die Zeit, und so suchte ich die nächste öffentlicher Haltestelle und fuhr zum Skytree, einem 634 Meter hoher Fernseh- und Aussichtsturm, der höchste der Welt. Er wurde im Jahr 2012 eröffnet und neben seiner Funktion für Telekommunikation und Meteorologie ist er auch eine Hauptattraktion für Touristen, mit zwei Aussichtsplattformen (Tembo Deck und Tembo Galleria) für einen atemberaubenden 360-Grad-rundum-Blick über die Stadt. Auch hier hatte ich mir das Ticket im Vorfeld besorgt, mit dem Plan, schöne Aufnahmen vom Tag, dem Abend und von der Nacht zu machen. Jedoch waren hier auch wieder die Scheiben das Problem und die Absperrung sogar noch weiter weg. Ich konnte meine Gummiblende also nicht einsetzen. Trotzdem bekam ich eine wahnsinnige Sicht auf Tokio. Mir wurde noch einmal deutlich, wie groß die Stadt tatsächlich ist.




Am frühen Abend, nachdem es dunkel war, fuhr ich zurück in mein Viertel, dem Shinjuku, welches im Westen von Tokio liegt. Es ist auch für seine Wolkenkratzer, das Neon-Lichtermeer von Kabukicho (Nachtleben/Rotlicht), riesige Kaufhäuser, Restaurants und den riesigen Shinjuku Gyoen Park bekannt. Natürlich kam ich beim berühmten Godzilla Kopf und der 3-D Katze vorbei.
Da merkt man wieder, dass man in Japan und in Asien ist. Hier ist alles anders.


Bevor ich zurück ins Hotel ging, machte ich noch einen Abstecher ins Shinjuku Golden Gai einem historischen, engen Netzwerk aus sechs kleinen Gassen (östlich von Kabukichō), bekannt für seine winzigen, einzigartigen Bars, die oft nur 5-6 Gäste fassen, ein nostalgisches Flair der 1950er Jahre bewahren und einen intimen Einblick in Japans Trinkkultur bieten. Und so war es auch. Hier konnte ich ein paar Aufnahmen vom Nachtleben der Stadt machen.




Zurück im Hotel beschloss ich, morgen meinen Ausflug zum Mount Fuji auszulassen, denn es soll regnen und ich habe noch zu vieles von der großen Stadt nicht gesehen. Deshalb werde ich morgen einen zweiten City Tag einlegen.
2. Tag Einmal quer durch Tokio
Heute ließ ich es etwas ruhiger angehen, denn ich hatte für diesen Tag keine Tickets mit einem Einlasslot gebucht. Gemütlich machte ich mich auf wen Weg, zunächst in den Untergrund, um die passende Linie zu suchen. In Tokio kann man nicht mal so eben einfach von A nach B laufen. In New York ging das noch teilweise. Dafür ist das Fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln im Vergleich mit München oder New York um einiges günstiger.
Mein erster Stop heute war der Stadtteil "Ueno", eine Gegend grüner Natur mit historischen Gebäuden und Museen. Ich ging in Richtung "Yanaka-Ginza", in eine Einkaufsstraße, mit einer Brandbreite von Geschäften, die von alteingesessenen Läden, die seit der Tashio-Zeit bestehen, bis hin zu modernen Süßwarengeschäften reicht. Doch ich war noch zu früh, vor 10 Uhr ist hier leider tote Hose. Selbst die Cafés waren noch zu und die berühmte Katzentreppe, naja ohne Katzen, auch nicht wirklich der Brüller.



Also fuhr ich mit der Bahn ins nächste Viertel, dem "Akihabara Ochanomizu". Im Bereich der "Kanda Jinbocho Straße" gibt es über 130 Secondhandbuchläden. Auch wenn ich kein einziges Buch lesen kann, machte ich mich auf dem Weg, denn ich hatte schon bestimmte Bilder im Kopf, die ich fotografisch umsetzen wollte. In den meisten Läden darf man nicht fotografieren, aber von außen war es erlaubt und ein netter Verkäufer erlaubte mir dann doch seinen Laden zu fotografieren. In dieser Ecke gibt es auch Buch Cafés und Buchhotels. Dort dreht sich alles um Bücher. Auf jeden Fall ist diese Ecke von Tokio sehenswert.


Aber ewig hielt ich mich dort auch nicht auf, denn mehr gab es dort auch nicht zu fotografieren oder anzusehen. Ich stieg also wieder in die Bahn und fuhr zum nächsten Viertel, das den Namen "Akihabara" trägt, welches für seine Anime-Manga-Läden bekannt ist. Doch fühlte ich mich dort einfach nicht wohl, ja mir war das zu viel, sodass ich zum "Ameyoko Market" ging. Dieser Markt war mit Essen-, Kleidungs- und Spielständen ausgestattet.


Doch auch das fand ich nicht besonders schön und fuhr zum Viertel "Asakusa" mit seinem berühmten Asakusa-Schrein, auch Sensoji Tempel genannt, sowie in die lebhafte Einkaufstraße Nakamise.
Übrigens ist es der älteste Tempel Tokios bzw. Japans. Es handelt sich um einen Shintō-Schrein, in dem drei Männer verehrt werden: zwei Brüder und ein Dorfvorsteher, die maßgeblich am Bau des Sensō-ji beteiligt waren. Hier war die Hölle los, doch dafür spielte das Wetter mit. Statt Regen gab es heute Sonne und einen fast wolkenlosen Himmel.





Nach dem Mittag fuhr ich kurz zurück ins Hotel. Denn ich musste meinen Koffer packen, da dieser um 15 Uhr vom Gepäckservice abgeholt werden sollte, um ihn direkt nach Nagano zu bringen. So kann ich morgen früh in Ruhe mit den öffentlichen Verkehrsmitteln meinen Ausflug zum Vulkan Fuji machen. Doch der Bus, den ich eigentlich buchen wollte, war bereits ausgebucht. Er wäre günstiger und bequemer gewesen als mit den Zügen, aber nun ja, wer spontan reist, muss auch sowas in Kauf nehmen.
Nachdem ich das erledigt hatte, fuhr ich zum "Tokyo International Forum", das im "Marunouchi" liegt. Ich hatte im Vorfeld schon viele tolle Fotos gesehen und die Architektur beindruckte mich. Doch leider durfte man nicht hochfahren, sodass ich nur von unten Fotos machen konnte. Das Gebäude ist für kulturelle Einrichtungen wie Konzerte, Ausstellungen und Tagungen gedacht.

Von dort spazierte ich noch etwas durch das Viertel, in welchem viele Wolkenkratzer und Bürogebäude stehen. Ich hoffte auf eine tolle Architektur.


Das war aber nicht der Fall und als die blaue Stunde begann, nahm ich mir noch den "Tokio Tower" vor, der an den Eifelturm in Paris erinnert und im Viertel "Roppongi Akasaka" liegt. Bei meiner Ankunft leuchtete er schon in einem Orange-Rot.


Doch meine Füße machten sich bemerkbar nach soviel Lauferei und so beschloss ich, zurück in mein Viertel zu fahren. IIch schlenderte noch durch die berühmte "Omoide Yokocho Memory Lane" und anschließend zurück ins Hotel.



Das wars für mich mit Tokio. Morgen geht es weiter auf meine Japanreise.
3. Tag Ausflug zum Fuji und Shinkansen fahren
Bereits um fünf Uhr klingelte mein Wecker, denn heute wollte ich meinen Ausflug zum Fuji machen. Der eigentliche Plan war, mit dem Bus direkt dort hinzufahren, doch alle Tickets waren ausgebucht. Ein kleiner Nachteil, wenn man spontan unterwegs ist. Es fuhren allerdings auch Züge, nur war dies mit umsteigen verbunden und ein kleines bisschen teurer.
Ich packte meine restlichen Sachen in den Fotorucksack und machte mich auf den Weg. Mittlerweile hatte ich den Dreh raus, fand schnell mein Gleis und fuhr mit dem ersten Zug bis nach Takao. Ich war erstaunt, wie viel dort los war. Die Bahn war voll. Ich vermute, es kamen einige vom Feiern, die anderen fuhren zur oder kamen von der Arbeit. Doch dann erlebte ich etwas, was ungewöhnlich für die Japaner ist. Der Zug hatte Verspätung, so dass ich den Anschlusszug nicht erreichte.


Also musste ich 20 Minuten auf den nächsten warten. Aber das machte nichts, denn mit Google Maps bin ich immer auf dem aktuellen Stand und kann beobachten, wo und welchen Zug ich nehme muss. Damit ich das Internet ohne teure Roaming Gebühren benutzen kann, kaufte ich mir eine eSIM über Airalo.
Der nächste Zug kam pünktlich und es ging weiter bis nach Ōtsuki. Während der Fahrt unterhielt ich mich über Google translate mit einem Japaner, der auf dem Weg zum Wandern war. Englisch konnte er nicht. Die Fahrt verging wie im Flug.
In Ōtsuki half mir eine freundliche Schaffnerin und zeigte mir den Weg zur "Fujikyuko Line". Tickets kaufen musste ich nicht, da ich mit der Suica alles zahlte.


Nach insgesamt zweidreiviertelstunden Fahrtzeit kam ich in Shimoyoshida Station an. Von hier lief ich knapp einen Kilometer hinauf, bis ich nach vielen Stufen an der "chureito pagoda" ankam. Von dort hatte man einen tollen Blick auf den Vulkan Fuji. Dazu gab es fast traumhafte Bedingungen. Das einzigste Manko war, dass die Sonne schon fast zu hochstand und dadurch hartes Licht verursachte. Trotzdem gelangen mir einige Aufnahmen. Anschließend genoss ich noch etwas die Aussicht, bevor ich wieder ins Dorf ging.



Dort schaute ich mich ein wenig um. Viel zu fotografieren gab es nicht, sodass ich beschloss, am Bahnhof noch in Ruhe einen Cappuccino zu trinken, mit Blick auf den Fuji. Wann hat man das schon mal ?

Ich überlegte währenddessen, ob ich noch weiterfahre, um noch weitere Spots zu suchen, entschied mich aber dagegen und versuchte ein Busticket für die Rückfahrt zu buchen. Leider war die Website noch auf Japanisch aber die Damen vom Café waren sehr freundlich und behilflich.


So kam ich doch noch an ein Ticket und marschierte zur Haltestelle. Dort traf ich auf zwei Amerikaner, die nur für drei Tage nach Japan geflogen sind, ohne irgendwas außer Handy und Reisepass. Das machen sie anscheinend öfters. Zurück in Tokio fuhr ich zum Tokio Station. Ich suchte den Schalter und kaufte mir spontan ein Ticket für den Shinkansen nach Nagano. Funktionierte einwandfrei, ohne Platzreservierung, aber die Abfahrt sollte bereits in 10 Minuten sein. Am Bahnsteig fragte ich den Schaffner, in welche Schlange ich mich anstellen muss, und er zeigte es mir. Als die Türen sich öffneten ging trotzdem alles in Ruhe und geordnet zu. Und ich bekam ein Fensterplatz im nichtreservierten Bereich. Knapp eineinhalb Stunden später kam ich in Nagano an.


Im Hotel wurde ich freundlich begrüßt, mein Koffer war auch schon da und so bezog ich mein Zimmer im 11. Stock mit Blick auf Nagano.

Bevor ich etwas durch die Straßen bummelte, suchte ich noch die Bushaltestelle und den Ticketschalter für den Besuch bei den Affen, um bereits alles vorab zu kaufen, damit ich morgen ohne Stress los kann. Der Sweet Moneky Pass, er beinhaltet Hin- und Rückfahrt im Expressbus inklusive Eintritt kostet 6800 Yen. Im Winter sind die Preise einfach höher, da es hier auch ein großes Skigebiet gibt.
Als das erledigt war, schaute ich mir Nagano etwas an. Besonders schön finde ich es hier nicht. Ich merkte allerdings schnell, dass es leiser war als in Tokio.



Nun hoffe und zähle ich auf das Wetter für morgen! Es wäre perfekt, wenn es schneien würde, hier in den Japanischen Alpen.
4. Tag Heilig Abend – Die Affen sind los
Gestern wurde mir gesagt, dass ich mindestens eine halbe Stunde vor Abfahrt an der Bushaltestelle sein soll, da man sonst nicht mit dem ersten Bus mitkommt. Abfahrt war um 8: 50 Uhr. Ich war bereits um acht Uhr da, mir war das alles zu heikel, denn ich hatte nur heute Zeit für die Schneeaffen. Und es war gut so. Bereits eine Viertelstunde später war die Schlange bereits sehr lang. Der Bus kam pünktlich.

Nach einer Dreiviertelstunde erreichten wir die Bushaltestelle vom Snow Monkey Park. Von dort aus muss man noch knapp zwei Kilometer hinauf in die Berge steigen, um die heißen Quellen zu erreichen. Anfangs war der Weg etwas steil. Bei Glatteis oder Schnee sollte man hier besonders Acht geben und gutes Schuhwerk anhaben. Der restliche Weg war einfach nur matschig, da es immer wieder regnete. Ich hatte mich zwar auf Schnee eingestellt, aber nun ja. Früher war der Dezember mit Schnee garantiert. Heute ist es leider nicht mehr so. Der Klimawandel macht sich auch hier bemerkbar.


Kurz vor den heißen Quellen lag der Eingang. Dort kann man noch Tickets kaufen, wenn man auf eigene Faust dort hinfährt, wer bereits ein Ticket hat, kann sich in einer zweiten Schlange anstellen und direkt durchgehen.
Und da waren sie auch schon: Überall Affen. Sie kamen von allen Seiten und den Dampf der Quellen konnte man auch schon sehen. Ein bisschen Schnee gabs auch. An den heißen Quellen tummelten sich leider auch schon einige Menschen. Doch ich hatte Glück und ergatterte einen guten Platz zum Fotografieren. Es war schon beeindruckend wie die Affen uns Menschen ignorieren und keinerlei Beachtung schenken. Sie zankten sich, machten Liebe, chillten und badeten im Wasser. Der einsetzende Regen bescherte mir eine andere Art von Fotos und der Dampf des warmen Wassers gab noch das gewisse Etwas dazu. So bekam ich ein paar interessante Fotos, auch ohne Schnee. Zum Glück hatte ich mein Regencape dabei und zog es mir über, sodass ich nicht ganz durchnässt wurde.





Doch auch mir wurde es nach drei Stunden zu viel und zu nass und ich begab mich auf den Rückweg. Ich sah aus wie ein Dreckspatz, meine Thermohose, das Regencape und die Schuhe waren stark verschmutzt. Ich machte alles so gut es ging mit Schnee sauber, stieg dann in den Bus ein und fuhr zurück nach Nagano.
Ich holte meinen Koffer im Hotel ab und kaufte mir erneut spontan ein Zugticket nach Kanazawa.



Auch dieses Mal ohne Reservierung. Klappte einwandfrei und nach etwas mehr als einer Stunde kam ich am Bahnhof von Kanazawa an. Mit google maps suchte ich nach einer Route zum Hotel. Eigentlich wollte ich laufen, aber da es regnete, nahm ich einen Bus, der zwei Stationen weiter direkt dort hielt. Hier zahlt man nicht vor Eintritt, sondern beim Aussteigen beim Busfahrer. Ich staunte nicht schlecht, denn meine Fahrt kostete nur 1,00 Yen, was 0,01 € sind.
Im Hotel wurde ich freundlich begrüßt, der Check In erfolgte problemlos und ich bekam ein Zimmer in der obersten Etage. Ich muss sagen, bis jetzt sind alle Einzelzimmer völlig in Ordnung. Im Vorfeld hatte ich immer wieder gelesen, dass die Zimmer sehr eng und klein sind, das kann ich allerdings nicht bestätigen.

Den Heiligen Abend ließ ich ruhig im hauseigenen Restaurant ausklingen und ging früh schlafen, denn für den nächsten Tag steht ein weiterer Ausflug auf dem Programm.

5. Tag ein malerisches Dorf in Japan
Bereits in Deutschland hatte ich mir die Bustickets für den Ausflug in das Bergdorf "Shirakawa-go" online gekauft. Die Bushaltestelle am Bahnhof Kanazawa fand ich relativ schnell, da mir ein Hotelangestellter den Weg dorthin gut erklären konnte.

Der Bus fuhr pünktlich ab. Doch dann standen wir fast eine Stunde im Stau. Woraufhin der Busfahrer entschied, eine andere Route zu wählen, so dass wir zwar mit reichlich Verspätung, aber endlich im malerischen Shirakawa-go ankamen. Leider war inzwischen schon viel los, was ich schade fand, da ich extra einen frühen Bus gebucht hatte.
Shirakawa-go ist ein international bekanntes historisches Dorf in den Bergen der japanischen Präfektur Gifu. Es zeichnet sich durch seine besonderen Gassho-zukuri-Häuser mit steilen Strohdächern aus, die an betende Hände erinnern und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Die Architektur und die ländliche Umgebung machen den Ort besonders reizvoll.
Es schüttete in Strömen, dazu war es neblig und kalt. Ich stieg zuerst hinauf zum Aussichtspunkt, um das schöne Dorf mit ihren traditionellen Häusern und Dächern mit etwas Nebelstimmung festzuhalten. Von dort oben hatte man eine schöne Aussicht. Auch hier hatte ich mir Schnee erhofft, Fehlanzeige. Doch das regnerische und nebelige Wetter hatte auch etwas Besonderes.


Anschließend ging ich hinab und schlenderte durch das kleine Örtchen. Überall waren die traditionellen Häuschen zu sehen. In manchen waren Cafés, Restaurants, Souvenir-Shops oder Museen untergebracht.




Zum Schluss besuchte ich das "Wada House Museum", ein über 150 Jahre altes Gassho-Zukuri-Bauernhaus. Einst gehörte es einer wohlhabenden Dorfvorsteherfamilie, die mit Schießpulver handelte. Es ist heute ein Museum, das Einblicke in das Leben unter einem Reetdach sowie in den angrenzenden Garten bietet. Der Eintritt war mit 400 Yen nicht überteuert.


Eigentlich wollte ich auch noch in das Museum mit der Geschichte zur Seide, doch dieses und weitere waren geschlossen. Bevor ich gegen 14:00 Uhr den Bus zurück nahm, setzte ich mich auch in ein Café und wärmte mich auf.

Die Rückfahrt ging nach Plan.
Zurück im Hotel wechselte ich von nassen in trockene Kleidern und marschierte los. Ich wollte etwas bummeln und fotografieren. Doch viel zu sehen war nicht. Also beschloss ich, zu Fuß in das "Higashi Chaya Discrect" zu laufen. Dort betrat ich einen kleinen Laden. Die beiden Inhaber waren sehr freundlich, und ich durfte sie bei der Arbeit, beim Nähen und Kochen, fotografieren.



Anschließend gaben sie mir noch Tipps für schöne Foto Locations. Doch es war alles sehr dunkel und in dem Viertel kaum etwas zu fotografieren. Ich denke, dass ich morgen im Hellen mich noch mal genau umsehen werde.



Als ich den Bus zurücknehmen wollte, sah ich, dass ich lange warten würde, und beschloss, zu Fuß zurückzugehen.
6. Tag Kanazawa versinkt im Schnee
Da war er, der erhoffte Schnee, den ich mir bei den Schneeaffen und im Alpendorf gewünscht hatte, der nun mit Verspätung kam. Und er kam gewaltig. Innerhalb einer halben Stunde war alles weiß und man konnte kaum etwas sehen.
Bevor ich mich auf eine Stadttour begab, druckte ich mir die Übersetzung meines Führerscheins, welchen man in Japan benötigt, um ein Auto zu leihen, im 7Elven aus. Beantragt hatte ich ihn online (geht allerdings nur wenn man in Japan ist). Umgerechnet zahlt man 21 €. Wenn man ihn in Deutschland ausstellen lässt, zahlst du teilweise das 3fache. Also wer ihn nicht am Anreisetag benötigt, dem rate ich, es dies in Japan online zu erledigen. Allerdings dauert es 24 Stunden bis zur Bestätigung.

Als das erledigt war, ging ich zuerst über den Omicho-Markt, doch ich war tatsächlich zu früh. Die Stände waren teilweise noch zu oder man war gerade am Aufbauen. Die frische Ware aus dem Meer und das frische Obst wurden gerade erst geliefert. Die meisten Standbesitzer hatten Masken auf (was für Fotos nicht gerade schön ist), doch ein paar Aufnahmen konnte ich machen.




Anschließend spazierte ich zur Burg Kanazawa. Sehen konnte ich allerdings nicht viel durch den starken Schneeschauer. Es war kaum etwas los. Manchmal habe ich das Gefühl, japanische Städte erwachen erst ab 10 Uhr. Eintritt ist auch vor 9 oder 10 Uhr nicht möglich.


Für den Kenroku-en Garten musste ich einen Eintrittspreis von ungefähr 1,50 € zahlen. Er war schön angelegt, doch viel bei diesem Schneeschauer gab es nicht zu fotografieren, sodass ich mit dem Bus wieder in das "Higashi Chaya-Viertel" fuhr.


Das Busfahren ist hier echt sehr günstig und lange warten muss man auch nicht auf einen Bus. Dort lief ich nochmal durch die Gassen, aber es war wie gestern Abend, viele Geschäfte oder Restaurants geschlossen. Doch ein kleines Café hatte bereits geöffnet. Ich ging hinein, trank einen japanischen Tee und wärmte mich etwas auf.



Dann fuhr ich in den "Nagamachi Samurai District". Dort kann man sehen, wie sie früher gelebt haben. Teilweise ist es auch heute noch so. Überall war vieles mit Stroh verzirrt. In das "Kanazawa City Ashigaru Museum", welches kostenfrei ist, ging ich auch. Es zeigt anschaulich das Leben der Fußsoldaten der Samurai. Auf dem Gelände wurden zwei Gebäude restauriert, die man besichtigen kann. Im ""Maeda Tosankami- Shiryokan Museum", welches 310 Yen Eintritt gekostet hat, erfährt man etwas über die Geschichte Kanazawas. Doch Samuraischwerter gab es dort nicht. Also ging ich zum "Ninja Weapon Museum". Es war verhältnismäßig teuer, mit 800 Yen, aber hier kam ich auf meine Kosten. Samuraischwerter, Rüstungen, andere Waffen und Werkzeuge. Es war sehr beeindruckend.








Ich war inzwischen komplett durchnässt, zog mich im Hotel nochmal um, nahm mein Gepäck und fuhr zum Bahnhof. Dort kaufte ich mir mit Hilfe eines freundlichen Japaners ein Ticket am Automaten, da der Ticketschalter überfüllt war und mein Shinkansen Richtung Kyoto bereits in einer halben Stunden losfahren sollte. Es funktionierte und ich konnte aber nur ein Ticket mit Platzreservierung buchen. Einen großen Unterschied machte es trotzdem nicht.


In Tsuruga musste ich vom Shinkansen in den JR Zug umsteigen. Das klappte aber auch gut. Nur hatte der JR bis nach Kyōto aufgrund des starken Schneefalls Verspätung. Dort schien die Sonne. Trotzdem hatte es niedrige Temperaturen. Ich nahm den Citybus und fuhr zum Hotel. In Japan steigt man übrigens hinten ein, und bezahlt beim Aussteigen. Von der Bushaltestelle bis zum Hotel "Starhotel" waren es nur wenige Schritte. Auch in diesem Hotel, wie bereits in Nagano, funktioniert der Check-In über ein automatisches Terminal. Anschließend spuckt es deine Karte oder deinen Zettel mit dem Code fürs Zimmer aus. Die Japaner sind, was die Technik angeht, sehr gut aufgestellt. Anschließend kam ein Hotelangestellter und zeigte mir, was man sich alles noch gratis mitnehmen kann: Schlafanzug, extra Kissen, Rasierer, Tee, etc. AAußerdem erklärte er noch, wann und wie das Onsen benutzt werden kann und dass es eine Welcome-Bar gibt, in der alle Getränke kostenlos sind.
Da ich tagsüber noch nichts gegessen hatte, stellte ich mein Gepäck nur ab und ging los. Auf der Suche nach einem Restaurant kam ich direkt ums Eck an dem "Nishiki Tenmangu Shrine" vorbei, der direkt im Nishiki Makrt liegt.


Nachdem ich mir diesen kurz angeshene hatte, spazierte ich zur "Pontocho Alley", die fußläufig in ein paar Minuten erreichbar ist. Diese historische, schmale Straße in Kyōto verläuft neben dem Kamo-Fluss und ist bekannt für ihre gemütlichen Restaurants, seine alten Holzgebäude und die Nähe zum Geisha-Viertel. Ich spazierte sie einmal auf und ab und fand ein ganz kleines japanisches Restaurant, das auch vegetarische Gerichte anbietet.



Ich ging die Treppe hinauf, schob eine hölzerne Schiebetür zu Seite und stand in einem winzigen Restaurant. Nur der Koch, der auch gleichzeitig der Inhaber ist, war da.. Ich war der erste Gast und suchte mir gebratene Auberginen, Zucchini und Kürbis aus. Ich konnte dem Koch beim Zubereiten meines Essens zusehen und durfte etwas fotografieren. Doch ich war etwas schockiert, denn es waren nur kleine Vorspeisen. Geschmeckt hatte es trotzdem. Satt wurde ich davon allerdings nicht, sodass ich mir auf dem Nachhauseweg noch etwas Süßes gönnte.

7. Goldener Tempel und das traditionelle Japan
Natürlich wollte ich wieder bei bestem Licht fotografieren und stellte mir den Wecker. Direkt nach dem Frühstück fuhr ich etwa eine halbe Stunde mit dem Citybus 205 zum "Kinkaku-ji", der auch unter dem Namen "goldener Tempel" bekannt ist. EEs ist ein buddhistischer Tempel im Nordwesten Kyōto. Die Anlage ist vor allem für die Shariden berühmt, deren obere Etagen vollständig mit Blattgold bedeckt sind und weshalb sie den Namen Kinkaku, also "Goldener Pavillon", tragen. Doch als ich ankam stellte ich fest: erst ab 9 neun Uhr geöffnet! Super, dachte ich mir, da hat das frühe Aufstehen wieder nichts gebracht. Ich schlenderte etwas im Viertel herum, aber außer einer kleinen Spinne fand ich nichts, sodass ich zurück zum Eingang ging und wartete.

Und das stellte sich als clever heraus, denn kurz darauf bildete sich wieder eine riesige Menschenschlange und dass eine halbe Stunde vor Einlass. Ein Mitarbeiter kam aus einer Holztür heraus und erzählte irgendetwas auf japanisch und auf englisch, aber leider schlecht verständlich. Und dann zählte er herunter, denn erst um Punktneun Uhr öffneten sich die Tore und ein Gong einer Glocke ertönte.

Der Eintritt kostet 500 Yen. Kurz nach der Kasse sah man ihn auch schon, den goldenen Tempel in seiner gigantischen Anlage. Das Licht war perfekt und so konnte ich, bevor die Massen an Menschen hereinströmten, noch ein paar schöne Aufnahmen machen. Den Tempel selbst kann man nicht besichtigen, aber es führte ein kleiner Rundweg durch die Anlage.




Weiter ging es für mich mit dem Citybus 12 bis zur Burg Nijō, mitten in der Stadt. Dort war inzwischen die Schlange schon so lang, dass ich mich entschied, nur von außen ein paar Fotos zu machen und anschließend zu Fuß in Richtung Nishiki-Markt zu laufen, sodass ich eventuell noch ein paar Momentaufnahmen aus den Gassen und Straßen machen kann. Doch Fehlanzeige, es gab nicht wirklich was zu sehen.



Am Markt angekommen schlenderte ich durch die Essensmeile einmal komplett rauf und runter und probierte zweierlei typische japanische Snacks.




Danach machte ich mich zu Fuß in Richtung Geisha-Viertel auf. Das ist Gion, ein historischer Stadtteil mit traditionellen Holzhäusern, Teehäusern (Ochayas) und exklusiven Restaurants. Leider war hier die Hölle los und die Sonne stand zu weit oben, sodass ich kaum fotografierte und direkt zur Teezeremonie spazierte. Diesen Tipp bekam ich von einer Bekannten aus der Schweiz, die aktuell mit ihrem Partner auf Weltreise ist und im Sommer in Japan war. Das Ticket buchte ich mir im voraus.






Dort wärmte ich mich erst einmal etwas auf, da ich zu früh dran war.
Um 14 Uhr ging es dann aber pünktlich los. Zuerst wurden die Haare gesteckt, anschließend suchte man sich ein Kimono aus und bekam diesen traditionell angezogen. Anschließend wurden wir – eine Gruppe aus 12 Personen – in ein japanisches Teehaus gebracht. Dort erzählte man uns zuerst etwas über die Tee-Zeremonie und zeigte uns, wie diese abläuft. Dann waren wir an der Reihe und durften zuerst die kleine Süßspeise probieren, die vor uns lag, bevor wir unseren eigenen Matchatee anrührten und ihn anschließend traditionell tranken.



Nach der Zeremonie ging es noch in den Garten und wir durften ein paar Fotos von uns machen, eine kleine Erinnerung. Wann hat man schließlich nochmal einen echten Kimono an?


Nach etwa eineinhalb Stunden war sie die Zeremonie vorbei und ich suchte das Hotel auf, wo ich mich aufwärmte und für morgen alles richtete. Denn ich habe eine neue Mission.
Als es dämmerte, machte ich mich nochmal auf ins Geisha-Viertel, denn es hatte mir sehr gut gefallen und ich wollte ein paar Aufnahmen bei Dunkelheit machen.



Zurück im Hotel wollte ich das Check out für Montag klären und fragen, ob ich mein Gepäck um 6 Uhr abgeben darf, da ich noch was vor habe. Sie blieben stur, denn es geht bei Ihnen erst ab 7 Uhr. So hieß es für mich, nochmal umplanen.
8. Tag Letzter Tag in Kyoto und Ausflug nach Nara
Noch im Dunkeln brach ich zu meiner Morgen-Mission auf. Mein Ziel war es, in Ruhe und ohne Menschen zu fotografieren. So begab ich mich zur Gion-Shijo Station und fuhr mit dem Zug zum "Fushimi Inari-Taisha".

Das ist ein Shintō-Schrein im Stadtteil Fushimi im Süden Kyōtos. Er ist der Göttin Inari geweiht und gilt als Hauptschrein für rund ein Drittel aller Inari-Schreine in Japan. Damit zählt er zu den ältesten und zugleich bekanntesten Shintō-Schreinen der Stadt. Berühmt ist die Anlage vor allem für ihre langen Wege aus Tausenden leuchtend orangefarbener Torii, die als Spenden von Einzelpersonen, Familien oder Unternehmen errichtet wurden. Diese Torii-Gänge führen einen Hügel hinauf, an dessen Gipfel sich – für einen Shintō-Schrein eher ungewöhnlich – das Allerheiligste befindet, ein Spiegel, der öffentlich sichtbar ist. Wirklich alleine war ich nicht. Einige hatten die gleiche Idee. Doch es hielt sich in Rahmen. Leider klappte es nicht gut mit dem Sonnenaufgang, sowie mit Licht und Schatten zu spielen, da es noch relativ dunkel war. Doch einige Aufnahmen konnte ich machen, und ich bestieg alle Stufen hinauf zum Aussichtspunkt. Hier genoss ich die Aussicht auf das Tal und auf Kyōto.






Anschließend stapfte ich alle Stufen wieder hinab und fuhr zurück nach Kyōto. Am "Kyōto Station" stieg ich in eine andere Linie um, und fuhr nach Nara, das etwa 40 km von Koto entfernt liegt. Ich musste nur einmal umsteigen, und die Fahrt kostete mich nur 760 ¥ (4,12 €). Es gibt jedoch auch teurere Verbindungen mit dem JR Zug oder Expresszüge. Dort gönnte ich mir erst einmal einen Kaffee, um wieder wach zu werden, denn die Zugfahrt machte mich müde.

Etwas gestärkt machte ich mich auf zum Nara Park. Dieser ist bekannt für seine Sika-Hirsche, die frei herumlaufen. Dabei überqueren sie Zebrastreifen und Straßen. Die Autofahrer sind daran gewöhnt und überall stehen Schilder "Vorsicht Hirsche". Es war beeindruckend, sie hatten überhaupt keine Scheu, weder vor Autos noch vor Menschen. Eines kam mir bei einer Ampel sogar etwas zu nah an mich und meine Kamera.
Nach Angaben der offiziellen Website der Stadt werden die Hirsche in Japan als heilig angesehen und als Boten sowie Helfer der Götter verehrt. Seit dem Jahr 1957 stehen sie zudem als "nationaler Schatz" unter besonderem Schutz. Der Ursprung dieser Verehrung liegt in einer Legende, nach der eine Göttin auf dem Rücken eines Sika-Hirsches nach Nara gekommen sein soll. Zu ihren Ehren wurde der eindrucksvolle Kasuga-Taisha-Schrein errichtet, der sich im Nara-Park befindet und zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Aus diesem Grund leben die Hirsche im Park frei und nicht eingezäunt. Offiziell gelten sie weiterhin als wild lebend, auch wenn sie regelmäßig von Touristen gefüttert werden.





Bevor ich wieder zurück fuhr, streifte ich noch durch die Gassen und kam in ein Erlebnis, welches ich so schnell nicht vergessen werde. Ich kaufte mir einen typischen japanischen Mochi-Reiskuchen der mit einer Bohnenpaste gefüllt ist. Kunden können sogar bei der Herstellung zusehen. Das ist vielleicht ein Erlebnis, denn der Teig wird mit Holzstangen und mit den Händen geschlagen und dabei geschriehen.



Zurück in Kyōto fuhr ich mit dem City Bus 205 durch das Geishaviertel die Gassen hinauf zum "Kiyomizu-dera" Tempel. Der Name Kiyomizu-dera bezieht sich auf mehrere buddhistische Tempelanlagen, meist ist jedoch der Otowasan Kiyomizu-dera im Osten Kyōtos gemeint, der zu den bekanntesten Attraktionen der Stadt zählt. Gemeinsam mit weiteren historischen Stätten wurde der Tempel im Jahr 1994 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes "Historisches Kyōto" aufgenommen. Von hier oben hat man eine gigantische Sicht auf Kyōto, und ich konnte einen herrlichen Sonnenuntergang mit der Kamera einfangen. Leider war die Hölle los. Auf dem Rückweg schlenderte ich durch neue Gassen des Viertel, die ich gestern noch nicht erkundet hatte.





Müde und erschöpft mit erfolgreicher Fotoausbeute, kehrte ich ins Hotel zurück. Ich packte meine Sachen und bereitete mich auf das Schlafen vor, denn morgen heißt es noch mal früh aufstehen.
9. Tag Bambuswald und auf nach Osaka
In aller Früh um vier Uhr klingelte mein Wecker. Ich musste etwas komplizierter zur Kyōto Station fahren, da um diese Zeit noch keine Citybusse unterwegs sind, kaum Züge fahren und von meinem Hotel keine direkte Linie dorthin führt. Endlich dort angekommen schloss ich meinen Koffer in ein Schließfach, welches 700 ¥ koste (extra großes Fach) und begab mich auf den Bahnsteig zu Gleis 32. Von hier aus fuhr der Zug in Richtung Nordwesten von Kyōto, nach Arashiyama.

Als ich dort ankam, suchte ich den Bambuswald. Allerdings war es noch relativ finster, so dass ich, als ich den Eingang gefunden hatte, noch nicht groß fotografieren konnte. Ein paar andere Fotografen waren bereits vor Ort. Ich ging den Weg auf und ab und lauschte der Natur. Als es heller wurde und die Sonne aufging, konnte ich endlich ein paar Aufnahmen machen. Es ist schon gigantisch, wie so ein Bambuswald aussieht. Ich lernte Kevin, aus Belgien kennen. Wir fotografierten zusammen, er mit einer Sony und ich mit meiner OM-System.



Dabei unterhielten wir uns über das Reisen und Japan. Er gab mir einen Tipp für ein gutes Café. Ich schlug vor, gemeinsam dort hinzugehen und uns aufzuwärmen. Jedoch hatte das Café noch geschlossen, da es erst um 9:00 Uhr öffnete. So gingen wir am Katsuragawa-Fluss in der Sonne spazieren. Dort entdeckte ich verschiedene Vögel, konnte einen japanischen Graureiher und einen japanischen Silberreiher fotografieren.


Nach dem Kaffee, den wir schließlich doch noch genießen konnten, verabschiedete ich mich von ihm und fuhr zurück nach Kyōto. Ich holte mein Gepäck ab und stieg in den Zug nach Osaka. Die Fahrt kostete mich gerade einmal 580 ¥ und dauerte nur knapp eine halbe Stunde.
In Osaka suchte ich die Metro und fuhr zur "Shinsaibashi Station". Leider gab es nicht überall Rolltreppen oder Lifte, so musste ich öfters mal den Koffer die Treppen hinauf oder herunter tragen. Das Untergrundsystem ist manchmal schon verwirrend, da es über mehrere Etagen geht und etliche Ausgänge vorhanden sind. Als ich mit Hilfe einer netten Japanerin meinen Ausgang gefunden hatte, lief ich mit Hilfe von Google Maps zu meinem Hotel. Leider konnte ich noch nicht einchecken, da dies erst ab 15:00 Uhr möglich ist. Zum Glück akzeptierten sie meine Bitte und ließen mich bereits um 14:00 Uhr einchecken. Ich verbrachte die eineinhalb Stunden in einem Restaurant und spazierte anschließend durch die Straßen,




Osaka ist bekannt für sein schrilles, grelles und leuchtendes Nachtleben. Also verließ ich bei Dämmerung das Hotel und begab mich auf die Straßen der leuchtenden Stadt. Immer wieder fand ich tolle Motive.



Aber mein erstes Ziel war der "Namba Yasaka-Schrein", ein Shintō-Schrein. Doch die Tore waren bereits geschlossen. So muss ich also morgen noch einmal hin.

Zu Fuß machte ich mich auf zum Tsūtenkaku, einem 103 Meter hohen Sende- und Aussichtsturms in der Nähe des JR-West-Bahnhofs Shin-Imamiya im Stadtteil Naniwa. Er ist das Wahrzeichen der Stadt.



Dort war die Hölle auf den Straßen los. Wie auf einem Jahrmarkt. Nach ein paar Eindrücken und Fotos verließ ich diese Ecke schnell wieder und fuhr zwei Stationen zurück zum bekannten Unterhaltungsviertel "Dotonbori". Hier verteilte sich die Menschenmasse etwas besser.



Auch hier ließ ich das Ganze auf mich wirken und verabschiedete mich dann in ruhigere Gassen, die trotzdem voller Leben waren.



Erschöpft und müde kehrte ich nach meiner Abendtour ins Hotel zurück.
10. Tag Osaka
Heute schlief ich aus, denn ich hatte nichts gebucht und auch nicht Spezielles vor.
Entspannt machte ich mich mit der Metro auf in Richtung "Namba Yasaka-Schrein". Wirklich viel los war dort nicht und so konnte ich mir den Schrein in Ruhe ansehen.

Danach entschloss ich mich spontan mit der Bahn zum größten Gebäude der Stadt zu fahren, um eine schöne Aussicht auf Osaka zu haben. Es ist ein vielseitig genutztes Geschäftsgebäude im Stadtteil Abenosuji Itchōme im Bezirk Abeno-ku in Osaka. Der Gebäudekomplex setzt sich aus einem neuen Anbau, einem Ostflügel sowie dem Hochhaus Abeno Harukas zusammen. Mit einer Höhe von 300 Metern und insgesamt 62 Etagen war das Bauwerk von 2014 bis 2023 das höchste Gebäude Japans, bevor es vom Azabudai Hills Mori JP Tower abgelöst wurde. Als ich dort ankam und in einem Glasaufzug nach oben zum Aussichtsdeck fuhr, wurde ich gestoppt, denn der Eintritt sollte 2.000 Yen kosten. Das war mir zu teuer und so fuhr ich wieder hinuter, begutachte das Gebäude von außen und spazierte durch den "Tennoji Park" in Richtung "Kuromon Market".


Im Park lauschte ich dem Gezwitscher und konnte den Braunohrbülbü fotografieren. Zwar nicht perfekt, aber ich hatte ein Foto.


Am "Kuromon Market" schlenderte ich diesen von unten nach oben einmal auf und ab. Überall gab es wieder frische japanische Delikatessen, sowie andere Dinge wie Fächer, Holzstäbchen und weiteres allerlei. Ich probierte wieder eine Süßspeise, die aus einem Teig, Eis und Schokoladensoße bestand.





Als ich genug gesehen und fotografiert hatte, fuhr ich mit der Metro zum "Osaka Castle". Ich schaute es mir nur von außen an, da wieder sehr viel los war und ich außerdem noch weitere Vögel im Osaka Castle Park suchen und fotografieren wollte. Doch Fehlanzeige, entweder waren sie zu schnell weg oder ich fand sie erst gar nicht. Außer ein paar Enten gab es nichts zu fotografieren.






So beschloss ich, zurück zum Hotel zu fahren, um mein Gepäck, welches ich dort zwischengelagert hatte, abzuholen. Anschließend fuhr ich zum Hotel am Flughafen. Dort lief der Check-In wieder über ein Terminal. Ein Mitarbeiter kam dazu, half mir und erklärte mir, dass ich ein Upgrade auf ein Dreibettzimmer bekommen hatte. Auch nicht schlecht, so konnte ich in Ruhe für den Flug morgen umpacken.

Und ich versuchte mich an einer japanischen Waschmaschine und Trockner. Man muss nur die Wäsche reinlegen, Geld einwerfen und los geht's. Waschmittel und Temperatur ist alles automatisch. Ich hatte etwas Bammel, ob das gut geht, aber das Ergebnis war zufrieden stellend.

Morgen heißt es dann, Tschüss Hauptinsel und Hallo Yonaguni.
11. Tag Reise zum westlichsten Punkt Japans
Mit dem Shuttlebus fuhr ich zum Flughafen. Er brauchte nur eine viertel Stunde. Das Einchecken war kein Thema, und obwohl ich etwas mehr Gepäck hatte als erlaubt, drückte die Dame ein Auge zu.
Anschließend frühstückte ich in Ruhe und begab mich dann zum Gate.

Der Flug nach Okinawa dauerte etwa 2:40 Minuten.

Dort hatte ich einen etwas längeren Aufenthalt. Ich nutze diesen und fing an, meine Fotos zu bearbeiten und probierte einen neuen japanisches Snack: Eine Reisecke. Doch dann bekam ich eine Email der Fluggesellschaft; dass auf Grund schlechter Sicht auf Yonaguni der Flug umgeleitet werden sollte und es keinen Service aufgrund Turbulenzen geben wird. Nicht gerade die besten Voraussetzungen, aber ich ließ es auf mich zukommen. Eine andere Wahl hatte ich schließlich nicht.
Vorsichtshalber nahm ich noch eine Tablette gegen Übelkeit zu mir, sicher ist sicher.

Das Boarding begann pünktlich. Mit einer kleinen Maschine überflogen wir das japanische Meer. Es gab zwar Turbulenzen und eine holprige Landung, doch wir kamen an. Es ist sehr windig, beinahe schon wie ein kleiner Sturm. Der Flughafen ist winzig und das Gepäckband zeigt die Insel.


Ich wurde vom Hotel abgeholt und das Check-In gestaltete sich etwas komplizierter, da das Personal wenig bis gar kein Englisch sprach, und wenn doch, nur sehr schlecht zu verstehen ist. Dank google translate wurde aber alles erledigt. Ayumi, eine Mitarbeiterin fuhr mit mir noch zu zwei Supermärkten, damit ich mein Müsli und frisches Obst für mein Frühstück organsiert bekam. Auf der Fahrt erklärte sie mir, das die Straße, die um die Insel führt, 25 km lang ist und nur 1.700 Japaner hier leben, davon gehören 700 zum japanischen Militär.
Zurück im Hotel war ich entzückt über das Zimmer. Von außen ein kleiner Container, von innen aber ein schön eingerichteter Raum. Ich fühlte mich direkt wohl und aus meinem Fenster sieht man direkt das Meer.

Nachdem ich alles ausgepackt und mein Foto Equipment für morgen vorbereitet hatte, holte Ayumi mich gegen 19 Uhr ab und brachte mich zu einem Hotelrestaurant und anschließend wieder zurück.
Da hier keine Party oder ähnliches stattfindet und es draußen ziemlich stürmisch wurde, entschied ich mich ins neue Jahr hinein zu schlafen.


12. Tag Stürmische See
Ausgeschlafen machte ich mich fertig fürs Tauchen. Doch ich war mir unsicher, ob es überhaupt stattfinden sollte, denn es stürmte gewaltig und schüttete wie aus Eimern. Ich checkte mein Equipment, packte alles zusammen und wurde pünktlich von Saya, meiner Tauchlehrerin von der Tauchschule "Dive Center Marlin" abgeholt. Ich fragte sie, ob wir heute wirklich tauchen und sie bejate. Ich war erstaunt, denn bei anderen Tauchschulen würde es bei diesem Wetter einen Abbruch geben. Nicht bei den Japanern. Sie sind hart im Nehmen. Wir holten noch einen anderen Taucher ab. Von mir abgesehen waren nur Japaner und Japanerinnen im heutigen Team und in der Tauschule. Ich verstand natürlich kein Wort, selbst das Briefing nicht. Zum Glück kam Saya dann zu mir und erklärte es mir auf Englisch, zumindest versuchte sie es. Im Großen und Ganzen hatte ich aber alles verstanden. Sie brachte mir noch einen 7mm Tauchanzug und dann fuhren wir los zum Hafen.
Dort wurden die Tanks bereits aufs Boot verladen. Das restliche Tauchequipment lag schon bereit. Auf dem Boot baute ich alles zusammen und als wir vor der Insel am Tauchplatz "Irizaki" hielten, machten wir uns startklar zum Tauchen. Doch mir passten die Flossen nicht. Ich hatte das bereits vor der Abfahrt angemerkt, doch verstand man mich nicht. So wollte ich nicht abtauchen, denn was ist, wenn ich im offenen Meer plötzlich die Flossen verliere? Also mussten wir wieder zurück zum Hafen und sie besorgen mir andere Flossen. Sie saßen zwar auch nicht perfekt, aber definitiv besser als die vorherigen.

Wir kehrten zum Tauchpunkt zurück und dann sprangen wir alle ins japanische Meer. Ich war erstaunt, wie warm es war, um die 24 Grad und die Sicht betrug, trotz starken Wellengangs um die 30 Meter.
Für mich war es der erste blaue Tauchgang im offenen Meer, ohne Orientierung etwa von einem Riff. Doch ich kam ganz gut zurecht. Wir tauchten zwischen 10-18 Meter hinab und suchten die großen Hammerhaischulen. Am Vortag wurden sie immer wieder gesichtet, doch heute war es wie die Nadel im Heuhaufen, oder besser gesagt die Nadel im blauen Ozean. Wir fanden sie einfach nicht und obwohl wir alle noch 100 bar hatte, tauchten wir nach 32 Minuten wieder auf, natürlich mit einem Safty Stop. An Bord erklärte Saya, dass sie wahrscheinlich wegen des Wetters tiefer getaucht sind und wir sie deshalb nicht gesehen haben.
Zurück am Hafen, fuhren wir zu Tauchschule, wärmten uns auf und warteten ab, bis wir wieder tauchen durften. Denn zwischen den Tauchgängen muss eine gewisse Pause eingehalten werden.
Auch unser zweiter Versuch die gigantischen Tiere zu Gesicht zu bekommen, schlug fehl, obwohl wir dieses Mal tiefer und länger tauchten.

Nach der Rückkehr duschten wir uns und aßen gemeinsam im hauseigenen Restaurant zu Mittag. Anschließend fuhr Riku, ein anderer Tauchlehrer, mit dem ich mich bereits über Instagram über Fotos und das Tauchen ausgetauscht hatte, zurück und gab mir noch einen Fototip in der Umgebung. Ich schnappte mir meine Kamera und zog los, trotz des Windes und des Regens. Nach gut 22 Minuten erklomm ich den Aussichtspunkt "Tinda Bana". Von dort konnte ich auf den Ort "Sonai" und das Meer schauen.




Zurück am Hafen, fing es dann aber richtig an zu schütten, sodass ich zurück in meinen kleinen Container ging und mir einen gemütlichen Abend mit einem Film machte.


Morgen wird es einen neuen Versuch geben, die Hammerhaischulen zu finden!
Übrigens. Yonaguni liegt nur 111 Kilometer von der Küste Taiwans entfernt. Zur nächsten japanischen Insel sind es 127 Kilometer. Sie ist die westlichste Insel Japans, nicht wie am Vortag geschrieben, der südlichste Punkt. Nach Tokio sind es knapp 1.900 Kilometer.
13. Tag 140 Tauchgänge -Hammerhaie
Auch heute wurde ich wieder pünktlich zum Tauchen abgeholt. Leider war das Wetter nicht besser, sondern stürmischer geworden. Trotzdem machten wir uns zum Tauchen fertig. RRiku, mein heutiger Tauchlehrer, führte das Breafing für drei Amerikanern und mich, mit google translate durch. Die anderen vier Japaner hatten es da einfacher.
Dann fuhren wir wieder zum Hafen, stiegen aufs Boot um, bauten das Equipment zusammen und hinaus ging es bei stürmischer See. Zum Glück liegt der Tauchplatz "Irizaki" nur 5 fünf Minuten vom Hafen entfernt.

Dort sprangen wir ins Wasser und tauchten ab. Heute lag die Sicht laut Riku bei knapp 30 Metern. Riku tauchte vorab und es dauerte keine fünf Minuten, da sah er von Weiten schon eine Schule von Hammerhaien. Wir folgten ihm so schnell wir konnten bis auf 37 Meter Tiefe und dann erblickten wir sie endlich: Eine große Schule von Hammerhaien. Für Fotos war es einfach zu dunkel und ging zu schnell. Meinen Blitz durfte ich nicht einsetzen, weil sie dann tiefer abtauchen würden. Aber ein Video konnte gemacht werden und so tauchten wir gerade mal nach 20 Minuten wieder auf, da die Luft am Ende war. Kein Wunder bei dieser Tiefe und diesem Einsatz. Aber es hatte sich gelohnt. Mein Ziel die Hammerhaie zu sehen, war erreicht. Jetzt fehlt nur noch das gute Foto. Da der erste Tauchgang so tief war, hatten wir zwei Stunden Pause. Wir nutzen diese und machten Mittag.



Gestärkt brachen wir zum zweiten Tauchgang auf. Doch dieses Mal hatten wir kein Glück, vielleicht aufgrund des Wetters, das immer schlimmer wurde und so tauchten wir nach 40 Minuten ohne Hammerhaisichtung wieder auf.
Eigentlich wollte ich auch einen dritten Tauchgang angehen, aber ich ließ es bleiben, denn beim Hinaufklettern aufs Boot, hatte ich so zu kämpfen mit der Strömung, dass ich mir der Arm weh tat und ich beschloss, mich für morgen zu schonen.
Riku brachte mich zurück, ich genoss den ruhigen Nachmittag in meinem Zimmer und schlenderte etwas durch die Straßen des kleinen Dorfes.
Mal sehen, ob ich morgen nochmal Glück habe und erneut auf die Hammerhaie treffe. Drückt mir die Daumen.
14. Tag Über 200 Hammerhaie
Auch heute durfte ich noch einmal abtauchen und wurde – wie in den Tagen zuvor – von der Tauchschule pünktlich abgeholt. Im Divecenter traf ich auf meine neue Gruppe, die aus drei Amerikanern, drei Franzosen, Riku und mir bestand. Leider kamen wir erst gegen 10 Uhr zum Tauchen, da es vier Gruppen gab, aber nur zwei Boote, sodas zwei Gruppen um 8:30 Uhr und die anderen beiden um 10 Uhr starteten.


Die ersten Gruppen kamen zurück und berichteten von ihren Sichtungen. Wir hofften auch, soviel Glück zu haben. Doch anfangs sah es nicht danach aus. Nichts, außer tiefes Blau. Doch dann, nach 20 Minuten gab es den ersten Hammerhai, der immer wieder zu uns kam und dann verschwand. Und als wir alle nur noch knapp 70 bar hatten, sahen wir auf knapp 20 Metern Tiefe eine Hammerhaischule von über 200 Tieren. Das war unglaublich magisch. Oben, unten, rechts links, egal wo man schaute waren diese gigantischen Haie. Leider schaffte ich es nicht ein gutes Foto zu machen. Erstens weil ich etwas Angst hatte näher hinzuschwimmen und zweitens musste ich auf meine Luft achten und konnte dadurch den Fokus nicht richtig setzen. Ich muss noch mehr üben. Ein Erlebnis, das ich nicht so schnell vergessen werde wird es auf jeden Fall bleiben. Auch wenn es Unterwasser so langsam aussieht, sind die Haie ganz schön schnell und die Strömung ist stark. Aber Videos konnten wieder gemacht werden. Mit nur 30 bar tauchten wir schließlich auf und fuhren zurück zum Hafen und in die Unterkunft.


Der zweite Tauchgang war leider nicht erfolgreich. Außer ein paar Fische sahen wir nichts. Riku meinte, bei knapp 70 Metern Tiefe wäre ein Bullenhai gesichtet worden und die Hamemrhaie ziehen ihre Kreise.
Wir hofften also auf den Dritten Tauchgang. Aber auch dieses Mal hatte ich leider Pech.

Nun liegt meine Hoffnung, dass es morgen früh bei zwei spontan gebuchten Tauchgängen doch noch klappt. Nach Rücksprache darf ich in der ersten Gruppe tauchen. Denn da hat man einfach mehr Glück und das Wetter soll morgen gut werden.
Da ich nach drei Tauchgängen etwas geschafft war, verbrachte ich den Abend auf meinem Zimmer, richtete die Fotoausrüstung für morgen und für den Nachmittagsausflug auf der Insel und ging früh schlafen.
15. Tag Letzter Tauchtag und Yonaguni
Den Sonnenaufgang erlebte ich direkt vor meinem Hotel, am Strand gegenüber. Anschließend holte mich heute Riku früher ab, denn ich durfte in der ersten Gruppe tauchen.

Mit der Sonne verließen wir den Hafen und fuhren erneut vor die Küste Yonagunis. Der Käptan hatte auf seinem Boot Bildschirme mit Solarbildern, sodass man die Hammerhaie genau orten konnte. Doch so einfach ist das auch nicht, da sie sich immer weiter und oftmals tiefer bewegen, bevor wir dann im Wasser waren. Doch das Glück sollte noch einmal auf unserer Seite sein, allerdings wieder erst gegen Ende des Tauchgangs. Riku suchte sie und fand sie in knapp 30 Metern Tiefe. Mit voller Kraft tauchten wir hinab und Riku kam zu mir, drückte mich von hinten an, damit ich schneller wurde und blieb bei mir, sodass ich näher an die Hammerhaie heran kam. Zwei Fotos sind etwas geworden.

Die Pause verbrachten wir im Tauchcenter, bevor wir erneut zum Tauchen aufbrachen. Es sollte mein letzter Tauchgang in japanischen Gewässern werden. Noch einmal voller Hoffnung auf Sichtung der Hammerhaie.

Doch auf den Solarbildern war lange nichts zu erkennen. Dann aber orteten wir eine große Hammerhaigruppe, jedoch leider bei 60 Metern Tiefe. Wir beobachten sie auf den Solarbildschirmen und als sie höher kamen, machten wir uns fertig und tauchten ab. Doch sah es zunächst so aus, dass wir nur einen Blautauchgang haben. Als wir uns gerade Richtung Safty Stop aufmachen wollten, entdeckte Riku doch noch ein paar, allerdings bei 30 Metern und sie waren schon wieder dabei abzutauchen. Ich erkannte nur noch einen Schatten, ein paar Tauchkollegen konnten sie per Videokamera einfangen.
Nach vier Tauchtagen, insgesamt neun Tauchgängen und mit vier Sichtungen, war ich dennoch zufrieden. Auch wenn ich vielleicht kein perfektes Foto habe, das Erlebnis und die Erinnerung nimmt mir keiner! Außerdem erfuhr ich, dass auf den anderen Inseln auch tolle Tauchspots seien. Vielleicht wird Japan dann doch nochmal ein Reiseziel von mir.
Ich bedankte mich beim ganzen Team, holte mein Auto ab, welches ich für den letzten Tag gemietet hatte und erkundete die Insel. Das Umrunden dauerte etwa eine Stunde, mit ein paar Zwischenstopps vielleicht etwas mehr. Die Insel ist sehr grün und hat nur drei kleine Orte. Aber Straßenfotografie oder Menschen zu fotografieren ist hier eher schwierig. Und die Hunderjährigen, die ich suchte, leben auf Okinawa, der Hauptinsel des Archipels.




Auch wenn hier Linksverkehr herrscht, war es einfach, denn viel los war auf den Straßen nicht. Gefährlich konnten mir nur die freilebenden Yonaguniponys werden. Das Yonagunipony ist eine vom Aussterben bedrohte japanische Kleinpferderasse. Die interessierten sich jedoch weder für Autos noch für Mensch. Solche zufriedenen, freilebenden Pferde zu sehen war toll.




Den Sonnenuntergang schaute ich mir vom westlichsten Punkt Japans an.


Morgen heißt es dann Abschied nehmen, denn es geht zurück nach Osaka.
15. Tag Auf Wiedersehen Yonaguni und Komplett Chaos am Flughafen Okinawa
Zum Sonnenaufgang fuhr ich zum östlichsten Punkt der Insel. Dort gab es einen kleinen Leuchtturm und ein paar Yonaguniponys und keine anderen Menschen. Herrlich, nur die Natur und ich! So konnte ich den Sonnenaufgang in Ruhe genießen, ein paar Fotos machen und anschließend zum Fischerdorf an den Hafen fahren.





Doch auch heute hatte ich kein Glück mit den Fischern oder anderen Einheimischen. Schade. Also fuhr ich nochmals auf die andere Seite und besuchte die anderen Ponys.


Danach brachte ich das Auto zurück, checkte aus und wartete am Flughafen auf das Boarding. Hier traf ich Mao, eine Japanerin, die sagenhafte Videos Unterwasser macht. Wie der Zufall es wollte, saßen wir im Flieger nebeneinander und sie teile mit mir ein Hammerhaivideo.

Außerdem erzählte sie mir, dass Buckelwale, Mantas und Walhaie hier vor den japanischen Küsten je nach Saison zu finden sind und man diese auch gut sehen kann. Also muss ich vielleicht noch einmal zurück nach Japan oder mit einer anderen Reise verbinden, die anderen Inseln mit den Tauchspots erkunden und dabei die Hundertjährigen besuchen.
In Okinawa verbrachte ich die Wartezeit in einem Café, bevor ich eine Stunde vor Abflug zu meinem Gate ging. Doch da stand mein Flug nicht mehr auf der Anzeigetafel. Ich fragte nach und man versuchte mir zu erklären, dass er sich um eineinhalb Stunden verspätet. Ich fragte nach einer Entschädigung und bekam einen Verzehrgutschein in Höhe von 1.000 Yen, den ich in einem Restaurant einlöste. Zurück am Gate stand erneut eine Verspätung auf der Tafel, sodass es sich mittlerweile auf mehrere Stunden Verspätung summierte. Am Servicecenter wollte man mir keine weitere Entschädigung gewähren. Doch ich ließ nicht locker, erklärte über google translate, da auch am Flughafen kein Englisch gesprochen wird, dass ich zumindest das Taxi vom Flughafen in Osaka zum Hotel bezahlt bekommen möchte, da ich morgen zu meinem internationalen Flug muss. Das Personal lehnte ab, bis die Chefin kam, die mir ohne zu diskutieren 5.500 Yen in bar ausbezahlte und im Hotel Bescheid gab, dass ich später anreisen werde. Auf den Anzeigetafeln sah ich, das mehrere Flüge Verspätungen hatten, aber sich so gut wie keiner beschwerte. Ein paar einzelne Japaner nahmen den Verzehrgutschein und gaben sich damit zufrieden. Um 20 Uhr, statt 17:45 Uhr sollte endlich das Boarding beginnen, doch Fehlanzeige. Erneute wurde eine Verschiebung verkündet. Lngsam wurde ich unruhig, ob der Flug überhaupt noch stattfinden würde und fragte nach dem Grund der Verspätung. Man versuchte mir mit google translate zu erklären, dass die Wartung der Maschinen so lange dauerte. Die Sicherheit der Menschen gehe vor, was ich auch richtig finde. Nur hätte man die wartenden Passagiere gerne mal auf Stand bringen können. Doch keiner wusste, wann und ob der Flug heute noch nach Osaka ging. Ich ging wieder zum Schalter und man erklärte mir, dass Japan Airlines nur Hotelkosten und Flugkosten übernimmt, wenn der Flug gecancelt wird.
Doch dann um 21 Uhr begann tatsächlich das Boarding, nach über drei Stunden Verspätung. Ich fragte die Chefin nochmal nach einer Entschädigung, da es inzwischen über drei Stunden waren und ohne zu murren gab sie mir erneut 5.500 Yen in bar.
Hartnäckigkeit, Geduld und nachfragen zahlt sich also doch aus.
Mit dreieinhalb Stunden Verspätung hoben wir ab. In Osaka kam zum Glück mein Koffer relativ früh auf dem Laufband und ich erwischte ohne Stress den letzten Shuttlebus zum Hotel. So konnte ich mir die Kosten fürs Taxi sparen. Im Hotel, in welchem ich eine Woche zuvor für eine Nacht war, funktionierte der Check-In einwandfrei und ich fiel kurz nach Mitternacht erschöpft und müde ins Bett.
Morgen früh heißt es dann "Auf Wiedersehen Japan" und "Hallo München".

Abreise
Nach einer kurzen Nacht ging es mit dem Shuttelbus erneut zum Flughafen.
Dort checkte ich ein, wechselte meine restlichen japanischen Yen um und verbrachte die Zeit bis zum Boarding in der Lounge. Hier gab es auch für Europäer etwas Vernünftiges zum Frühstück.

Mit einer halben Stunden Verspätung hob das Flugzeug ab. Ich genoss den Flug in der Business Class, den ich mir aufgrund vom Meilensammeln leisten konnte und kam entspannt in München an.


Dort begrüßte mich ein winterliches Wetter und ein guter Freund, der mich abholte.

Ich hoffe, dass euch meine Japanreise gefallen hat und freue mich auch 2026 auf viele Mitleser und neue Abenteuerreisen.
Weiterempfohlene Kontaktdaten:
Tauchschule Yonagui: Dive Center Marlin
Unterkunft Yonagui: Mumbu Stay Nantahama
Unterkunft Tokio: Kadoya Hotel
Unterkunft Nagano: Sotetsu Fresa Inn Nagano-Zenkojiguchi
Unterkunft Kanazawa: Hotel Resol Trinity Kanazawa
Unterkunft Osaka Flughafen: Kansai Airport Washington Hotel