Slowenien - Den Braunbären ganz nah 06/2026

17.06.2026

Vorwort:

Slowenien liegt an der Grenze zu Italien und Österreich und ist bekannt für seine schöne Landschaft und den circa 1.000 Braunbären, die dort leben. Es gilt als das waldreichste Land Europas. Der Wald verteilt sich über 60% der Landesfläche.

Der Braunbär ist das größte Landsäugetier Europas und durch seine Größe und Kraft potenziell gefährlich für den Menschen. Doch ist es eher unwahrscheinlich, einem feindseligen Bären zu begegnen. Dieses majestätische Tier ist seltener eine Gefahr für den Menschen, als oft angenommen wird. Die Chance, einem wilden Braunbären beim Wandern oder Pilze sammeln zu begegnen, ist groß. Doch kein Grund zur Sorge, wir werden in einem "Hide", einem Versteck/ Hütte, uns auf die Lauer legen.

Auch wenn ich geführte Gruppentouren und in einem Hide zu warten, nicht besonders mag, da man nicht ganz so flexibel ist, habe ich mich entschlossen mit "nature & wildlife phototours" diesen Trip zu wagen. Denn ein weiterer Traum ist es, diesen beindruckenden Tieren des Waldes zu begegnen, zu beobachten und natürlich auch zu fotografieren. Andi, einer der Mitgründer von "nature & wildlife phototours" lernte ich während der Corona-Zeit bei einem Waldkauzspot in München kennen. Seitdem waren wir immer wieder gemeinsam fotografieren oder wandern. Und ich bekam mit, wie er mit Günther das Bussines aufbaute. Also war die Neugier da, sie zu begleiten, ihnen über die Schulter zu schauen und selbst ein Teil davon zu sein.

Tanja, aus Frankfurt lernte ich über eine Reisegruppe auf Facebook kennen. Nach einem gemeinsamen Treffen in Wertheim war klar: Wir zwei müssen zusammen zu den Braunbären. So buchten wir zwei Plätze und werden hoffentlich das Atmen der Braunbären und anderen Waldbewohnern hören und fotografieren können.

OM Systems stellt mir dafür neuestes Kamera- und Objektiv Equipment zur Verfügung.

Seit gespannt, was wir alles in den Wäldern von Slowenien entdecken werden.

Ich freu mich auf jeden Fall auf ein neues Abenteuer.

Anreise

Bereits um 6 Uhr fuhr ich mit der Tram nach München-Laim. Dort traf ich mich mit Andi. Wir warteten gemeinsam auf Harald, der aus Fürth kam und uns beide netterweise mitnahm. Nachdem wir unser Gepäck verladen hatten, verließen wir München in Richtung Süden. Um nicht direkt auf die A8 Richtung Österreich zu fahren, fuhren wir noch kurz nach Iffeldorf, um beim Büro von "nature & wildlife phototours"" weiteres Fotoequipment einzuladen. Als wir dann alles zusammen hatten, gaben wir unser Ziel in Slowenien ins Navi ein. Fünfeinhalb Stunden sollte die Fahrt dauern. Wir kamen am Chiemsee und Salzburg vorbei. Dann gab es eine Tank- und Kaffeepause.

Anschließend verließen wir Österreich und überquerten die Grenze nach Slowenien. Während der Fahrt unterhielten wir Drei uns über Fotoreisen, neue Ziele und Privates. Das Navi behielt recht und wir erreichten unsere Unterkunft in der Nähe von dem kleinen Dorf "Stari Trg pri Ložu". Hier warteten schon Claude aus der Schweiz und Thomas auf uns. Wir begrüßten uns, schauten uns etwas um und als "Miha", der Gastgeber zu uns kam, wurden die Zimmer verteilt.

Tanja, die morgen dazu stößt und ich, bekamen ein Zimmer direkt vor Ort, ebenfalls Harald. Alle anderen wurde extern untergebracht. Anschließend testeten Claude und ich den ersten Birdinghide-Pool direkt vor dem Haus bis Miha mit zwei Schnapsflaschen und Gläsern kam. Er erklärte uns grob den Plan für die nächsten Tage und wir stießen auf die kommenden Tage an. Danach verzogen Harald, Claude und ich uns in den Birdinghide und ich versuchte mich mit der OM1 und dem 50-200m f.2.8 Objektiv von OM SYSTEM. Irgendwann stoß auch Thomas dazu. Da er früher selbst mit OM SYSTM fotografiert hatte, konnte er mir noch einiges an der OM1 zeigen. Ich versuchte ein paar Fotos von Eichhörnchen sowie Buntspechten, Amsel, Kernbeißer und anderen Vogelarten zu schiessen.

Miha teilte uns am Nachmittag mit, dass wir auf dem Weg zum Abendessen, welches eine Viertelstunde mit dem Auto entfernt ist, möglicherweise junge Füchse sehen könnten. Doch wir hatten kein Glück und sahen nicht einen Fuchsschwanz. Doch kurz nachdem wir zu Abend gegessen hatten, entdeckte Andi einen Bär am Waldrand. Wir sprangen auf. Nur ich hatte eine Kamera dabei, doch der Bär war zu weit weg. Ein kleines Beweisfoto gelang mir trotzdem. Dann sprangen Claude und ich zu Harald ins Auto und wir fuhren runter, um den Bären vom nahen zu fotografieren. Als wir unten ankamen, war er aber schon weg.

Zurück im Restaurant tranken wir noch unser Getränk aus und fuhren alle gemeinsam zurück zur Hauptunterkunft. Dort verabschiedete ich mich und verzog mich aufs Zimmer, denn ich will für morgen fit sein.

1. Tag - Das Warten beginnt


Die Nacht war gut und das Frühstück völlig ausreichend. Anschließend trafen wir uns alle vor dem Haus. Dort lernten wir Chris Kaula, einen sehr bekannten und guten Naturfotografen aus Deutschland kennen. Nach einem kleinen Smalltalk mit ihm fuhren wir gemeinsam mit Miha ein paar Minuten weit zu einem Kauzplatz. Es dauerte auch nicht lange, bis sich der Waldkauz zeigte. Wir hatten insgesamt 10 Minuten Zeit zum Fotografieren.

Zurück bei der Unterkunft verteilten wir uns auf die Birdhides. Wir, also Claude, Harald und ich, bekamen Besuch von einem Grünspecht, einigen Buntspechten, Amseln, Drossel, Kernbeißern und Buchfinken. Nachdem ich einige Fotos gemacht hatte, setze ich mich mit Thomas an den Tisch, zog meine Bilder auf mein MacBook und kontrolliere diese hinsichtlich der Einstellungen und Qualität.

Dann rief mich Tanja an, dass sie eigentlich da sei, uns aber nicht finden konnte. Thomas und ich fuhren erst in die falsche Richtung, bis wir checkten, dass sie nur ein Haus weiter war. Wir sammelten sie ein, begrüßten sie in unserer Gruppe, und ich zeigte ihr anschließend unser Zimmer. Nach einer kurzen Pause bekamen wir das Briefing von Miha. Anstatt der zwei Hides die er uns gestern nannte, bekamen wir neue zugeteilt; alle zusammen aber dort in verschiedenen Hides. Wir packten unser Equipment und fuhren zum Mittagessen zu Anna. Es gab ein einfaches Buffet, aber es reichte aus, um satt zu werden.

Nochmal schnell einen Toilettengang gemacht – dann fuhren wir dem Ranger hinterher. Anstatt wie angekündigt 15 Minuten, fuhren wir etwa 40 Minuten durch den Wald, bis wir an einen Platz kamen, auf dem wir parken mussten. Von dort aus gingen wir mit unserer Ausrüstung 700 Meter weiter in den Wald, bis wir vor den Hütten standen. Auf dem Weg dorthin sahen wir bereits frische Tatzenspuren von Mutter und Kind. Wir bekamen ein kurzes Briefing und teilten uns dann auf. Tanja und ich hatten Gesellschaft von Thomas, damit er uns bei den Einstellungen weiterhelfen kann.

Dann begann das Warten. Stunde um Stunde verging. Zwischenzeitlich regnete und donnerte es, und außer ein paar Vögel sahen wir keine weiteren Tiere. Die braunen Riesen des Waldes ließen sich nicht blicken.

Dann bewegte sich etwas. Es war nicht so dunkel und groß wie ein Bär. Nein, es war ein neugieriger und hungriger Fuchs. Er blieb etwa 20 Minuten, dann war die Show und der Abend leider vorbei.

Kratzspuren, was für eine Kraft muss das sein...
Kratzspuren, was für eine Kraft muss das sein...

Als wir auf dem Rückweg waren, entdeckte Tanja dann doch noch eine Bärenmutter mit Kind. Ich konnte aus dem Auto wieder nur ein Beweisfoto machen. Die anderen sahen ihn nicht mehr, außer Andi und Thomas, jedoch waren sie da schon weit weg.

Wir aßen noch zusammen zu Abend. Dann trennten wir uns und fuhren in unsere Unterkünfte zurück.
Andere Gruppen hatten heute mehr Glück als wir. Hoffentlich ist das Glück morgen auf unserer Seite.

2. Tag - Die Bären sind los

Den Vormittag verbrachten wir wieder in den Birdhides und auf dem Gelände der Unterkunft. Somit hatten wir viel Zeit um verschiedene Dinge an unseren Kameras auszuprobieren, Vögel und Eichhörnchen zu fotografieren, Akkus zu laden und uns auszuruhen.

Zum Mittagessen fuhren wir wieder eine Viertelstunde zu "Anna" und anschließend gut gesättigt zurück zu unserer Unterkunft.

Gegen 14:30 Uhr starteten wir in Richtung Berge. Eine Dreiviertelstunde Fahrt bis auf 1.200 Metern. Dann hielten wir an, stiegen aus und warteten auf den Ranger. Mit uns waren heute noch zwei Schweizer dabei. Als der Ranger kam, liefen wir etwa 100 Meter durch das Dickicht den Berg hinauf bis die Hides vor uns standen. Ein Sechser und ein Dreier Hide. Andi, Tanja und ich waren im Dreierhide untergeberacht. Claude, Harald und Thomas waren mit den beiden Schweizern im Sechser Hide nebenan. Vor den Hides war der Ranger, denn hier kam es schon öfters vor, dass die Bären sehr nah ans Hide kamen.

Claude, Tanja, ich, Harald
Claude, Tanja, ich, Harald

Als wir die Türen zu den Hides öffneten, entdeckte ich bereits den ersten Braunbären! ENDLICH waren sie vor unserer Nase. Er ließ sich von uns nicht stören (wir richteten unsere Sachen, legten die Objektive in die Öffnung, rückten die Stühle zurecht). Er fraß seelenruhig und schaute immer wieder mal nach oben. Da muss man schnell sein, so einen Moment mit der Kamera festzuhalten. Ich hatte mir die Bären größer vorgestellt, aber wahrscheinlich täuschte es nur, da der Bär etwa 300 Meter von uns entfernt war. Das Licht, welches auf die Lichtung fiel, war an manchen Stellen richtig schön. So konnte ich auch etwas mit der Kamera spielen und verschiedene Einstellungen ausprobieren. Irgendwann hatte der "Knudellbär" (Tanja, Andi und ich nannten ihn so, da er richtig schön und dick aussah), genug und verschwand. Kurz darauf kam ein neuer Bär. Er sah ganz anders aus, dunkler, hatte eine längere Nase und war dünner. Auch er ließ sich nicht von uns stören und fraß in Ruhe. Und so ging es die ganze Zeit, kaum hatte ein Bär genugv, verschwand er im Dickicht und der nächste Bär kam. Teilweise hatten wir auch zwei oder drei Bären gleichzeitig. Aber es zeigte sich immer schnell, wer das Sagen hatte und die anderen Bären bauten eine Distanz zu dem "Boss" auf und nahmen sich mehr in Acht. Wir konnten auch zwei bis dreimal beobachten, wie sie sich gegenseitig verjagten. Doch sie kamen immer wieder. Sodass wir dieses Mal keine Langeweile hatten. Gegen Abend, kurz vor Aufbruch kam dann auch noch eine Mutter mit ihren Jungen, etwa ein Jahr alt. Doch leider war das Licht nicht mehr so toll und der Ranger klopfte ausgerechnet in diesem Moment an die Tür. Das Zeichen für Aufbruch! Wir Drei nutzen jedoch die Gelegenheit und schossen noch schnell ein paar Fotos, bis der Ranger ein zweites Mal klopfte. Dann mussten wir uns beeilen und es ging zurück zum Auto.

Mutter mit Jungbären (1 Jahr)
Mutter mit Jungbären (1 Jahr)

Insgesamt zählten wir an dem Nachmittag sechs erwachsene Bären und zwei Jungtiere. Vom Hide aus fuhren wir direkt zum Restaurant "Anna". Dort kamen wir gegen 21 Uhr an. Wir aßen noch schnell eine Kleinigkeit und verabschiedeten uns dann von den anderen und Claude brachte Harald, Tanja und mich zurück.

Erschöpft, müde aber glücklich fielen wir ins Bett.

3. Tag - anders als geplant

Der Wecker riss uns um 5:30 Uhr bereits aus dem Schlaf. Gegen 6 Uhr holte uns, wie vereinbart Claude ab und wir fuhren zu einem Fuchsplatz. Zumindest wurden hier schon in den letzten Tagen Füchse mit Jungtieren gesehen. Dort trafen wir auch Thomas und Andi. Wir schauten uns kurz um, und entschieden dann die Straße auf und abzufahren, wie Miha es uns die Tage davor schon erklärt hatte. Wir bogen teilweise auf Waldwege ein, doch außer einem scheuen Reh sahen wir kein anderes Tier. An einer Lichtung stiegen wir aus und genossen den Ausblick. Anschließen fuhren wir zurück zum Frühstücken.

Ich entschloss mich aufs Zimmer zurückzuziehen, um noch etwas zu schlafen und mir die Fotos von gestern nochmal anzusehen. Einige aus der Gruppe fuhren ebenfalls in ihre Unterkunft, andere versuchten noch ein paar Aufnahmen im Birdhide zu machen.
Gegen 11:30 Uhr kamen wir zusammen und fuhren zu "Anna". Andi wusste von Miha immer noch nicht viel zum heutigen Platz und wir hofften auf einen Hide mit einer Sichtung. Ich weiß, es ist Wildlife, aber es gibt Hides die eine größere Garantie von Bären versprechen, so wie gestern und einige eben mit einer Wahrscheinlichkeit, nachdem sie am Vortag auf Wildkameras gesichtet wurden.

Aufgrund einer gestrigen Vorgeschichte, auf die ich nicht näher eingehen möchte, vermute ich, bekamen wir einen Hide mit keiner großen Garantie, sondern eher auf einer Wahrscheinlichkeit. Gestern wurden dort "nur zwei Bären" auf der Wildkamera beobachtet. Der Platz bestand aus zwei Vierer und ein Zweier Hides. In meinen Augen also keine allzu große Chance aber wechseln konnten wir nicht, da Miha nicht da war und alle anderen Hides bereits besetzt wurden.

Also fuhren wir gegen 13:15 Uhr mit dem Guide zum besagten Hide. Wir parkten die Autos circa 500 Meter entfernt und gingen zu Fuß wieder durch den Wald, eine steile Steigung hinauf zu den Hides.

Wir verteilten uns und richteten alles ein. Tanja und ich hatten ein Vierer Hide für uns sodass wir jeweils beide zwei Kameras durch die Öffnungen schieben konnten.

Dann hieß es mal wieder warten.
Nach drei Stunden war immer noch nichts zu sehen. Zwischenzeitlich begann es auch wieder zu regnen und meine Befürchtungen, die ich anfangs geäußert hatte, schienen sich zu bewahrheiten.

Dann fing es auch noch an zu regnen und die Warterei wurde unerträglich, denn außer Tauben zeigten sich keine Tiere.Zwischendurch hörten wir beide eine Tür. Wir vermuten, können es aber nicht sicher sagen, wurde ein Hide geöffnet. Tanja nutze die Gunst der Stunde und schlief eine Runde, da ich wach blieb und weiter beobachte. Für eine Stunde war es auch noch einmal trocken und die Sonne kam heraus, aber ein Bär oder Babybären kamen nicht aus dem Dickicht hervor. Zu unserem "Glück" fing es dann auch wieder an in Strömen zu regnen und zu gewittern. Doch wir waren hartnäckig und harten eine ganze Weile aus. Kurz vor Aufbruch immerhin ein schwacher Regenbogen. Wie sehr haben wir uns in diesem Moment einen Bären gewünscht. Aber es sollte auch heute wieder nicht sein.

Mit großer Enttäuschung traten wir den Rückweg an. Mit zwei Nullrunden hätten wir wirklich nicht gerechnet in der "High Season".

Wir aßen zu Abend, stießen auf den Abschluss an und fuhren anschließend zurück, um das Deutschlandspiel zu sehen. Doch auch hier Fehlanzeige, der Fernseher empfing kein ZDF oder anderen Sender mit diesem Spiel, sodass wir uns von allen verabschiedeten und ins Zimmer gingen. Wir packten unsere Sachen, denn morgen heißt es dann wieder Abschied nehmen.

Abreise

Nach einem gemeinsamen Frühstück checkten wir aus. Claude fuhr bereits um vier Uhr Richtung Schweiz, sodass er leider auf dem Gruppenfoto fehlte. Wir verabschiedeten uns und teilten uns auf zwei Autos auf. Harald war so nett und nahm Tanja und mich mit.

Claude fehlt auf dem Foto
Claude fehlt auf dem Foto

Die Autofahrt war entspannt und lustig. Mit zwei kleinen Zwischenstopps und etwas stockendem Verkehr erreichten wir nach gut fünfeinhalb Stunden München. Tanja und ich fuhren mit der Bahn noch weiter, sie stieg am Hauptbahnhof aus und ich fuhr noch etwas weiter nach Hause.

Ein großes DANKE geht an Andi, für die Organisation vor Ort. Danke auch an Claude und Harald für die Mitfahrten.

Ebenfalls möchte ich mit bei OMSYSTEM für die Leihgabe bedanken! Mit dieser Kombi konnte ich super Aufnahmen machen und kann sie auf jeden Fall weiterempfehlen. 

Und natürlich auch ein DANKE an nature & wildlife phototours.

Weiterempfohlene Kontaktdaten:

Phototours: nature & wildlife phototours

Guide: Andreas Brachmann

Fotoequipment: OMSYTSEM

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